Bruttowerbemarkt im Aufwind
Erhöhte Spendings zeigen die Trendwende an
Der deutsche Werbemarkt zeigt sich klar im Aufwind: Insgesamt 11,5 Milliarden Euro brutto wurden laut Nielsen Media Research in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in den Above-the-line-Medien investiert. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 bedeutet dies ein imponierendes Plus von 9,4 Prozent beziehungsweise 993 Millionen Euro. Das Bruttowerbejahr 2010 entwickle sich bislang weitaus besser als viele Prognosen anfangs hätten vermuten lassen, kommentiert Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Deutschland.Die Zuwächse führt Wibbelt zum einen auf die schwache Halbjahresentwicklung des Vorjahres zurück, zum anderen aber auch auf die Verbesserung des deutschen Wirtschafts- und Konsumklimas in 2010. „Aktuelle Agentur-Umfragen bestätigen ebenfalls diesen erfreulichen Trend“, so der Nielsen-Chef. Während bereits das erste Vierteljahr ein Plus von 8,5 Prozent eingefahren hatte, entwickelte sich das zweite Quartal mit einem Bruttowerbeplus von 10,3 Prozent noch eine Nuance besser. Die Werbeeinnahmen von Plakat steigerten sich von Januar bis Juni um 8 Prozent auf 457 Millionen Euro.
Im Hinblick auf die WM rollten natürlich die Werbegelder rund um den Fußball: Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2010 für die Werbemaßnahmen in Deutschland, die sich direkt oder indirekt auf die Fußball-Weltmeisterschaft bezogen, 296 Millionen Euro investiert – ein Anteil von 2,6 Prozent am gesamten Bruttowerbedruck in den Above-the-line-Medien. Das Gros floss hier allerdings nicht von den offiziellen FIFA-Partnern und internationalen FIFA-WM-Sponsoren, sondern aus den Werbekassen von Unternehmen: Diese nutzten das Thema Fußball und WM, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten.
Auffällig ist der gestiegene Werbedruck in der Kosmetikbranche: Insgesamt 92 Millionen Euro wurden im ersten Halbjahr für speziell auf Männerhaut abgestimmte Gesichts-, Körperpflege- und Duftprodukte investiert – ein Wachstum von 29 Millionen Euro beziehungsweise 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gegenläufig entwickelten sich die Werbeaufwendungen bei den Branchen Pkw (minus 45 Millionen Euro), Versicherungen (minus 32 Millionen Euro) und Handelsorganisationen (minus 17 Millionen Euro), bei denen die höchsten Reduzierungen von den Lebensmittel-Discountern kamen. Diese sparten mit ihren Werbeschaltungen mit jeweils minus 33 Millionen Euro gleichermaßen bei den Medien Zeitungen und Fernsehen ein.

Edith Sagorny