Konsumklima bleibt stabil
GfK: Anschaffungsneigung trotzt Einkommenserwartung
Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Monat steigt die Konsumneigung der Deutschen momentan spürbar an. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen, monatlich erstellten Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Für Verunsicherung bei den Verbrauchern sorgen allerdings die Diskussionen um steigende Belastungen im Rahmen des Sparpakets der Regierung.Während sich die Konjunkturerwartung im Vergleich zum Vormonat wieder stabilisiert hat – anhaltend positive Meldungen vom Arbeitsmarkt und die anziehenden Exporte stützen derzeit die Konjunkturaussichten der Bundesbürger -, sind die Verbraucher im Hinblick auf ihre persönliche Einkommenserwartung deutlich pessimistischer. Der Einkommensindikator muss bereits zum zweiten Mal in Folge kräftige Einbußen hinnehmen, liegt aber immer noch deutlich über seinem entsprechenden Vorjahresstand.
Als Gründe dafür nennt die GfK-Konsumklimastudie die anhaltenden Diskussionen um die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und das hier notwendige Sparpaket sowie die Vorschläge zur Einführung der Kopfpauschale im Gesundheitswesen. Zudem rechnen die Konsumenten aufgrund der hohen Staatsverschuldung mit einer steigenden Inflation und sehen die Kaufkraft ihrer Einkommen beeinträchtigt.
Die Konsumneigung trotzt allerdings den steigenden Preiserwartungen wie auch der sinkenden Einkommenserwartung: Nach vier Rückgängen in Folge hat die Anschaffungsneigung der Bundesbürger wieder um 12,3 Punkte zugelegt und weist aktuell 30,4 Zähler auf – höchster Wert seit September 2009. Insgesamt kann sich das Konsumklima nun wieder stabilisieren. Laut GfK wird der weitere Verlauf vor allem davon abhängen, inwieweit die derzeit günstigen Rahmenbedingungen, wie die positive Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung, wieder an Bedeutung gewinnen.

Edith Sagorny