Facebook

Wachsende Macht des Handels

Droht etlichen Ernährungsmarken das Aus?

In der deutschen Ernährungsindustrie droht einem Bericht von „Welt Online“ zufolge ein Markensterben: Aufgrund einer vergrößerten Macht des Handels gegenüber den Herstellern sei die Vielfalt in den Supermarktregalen in Gefahr. Der Pressebericht beruft sich auf ein Gespräch mit dem Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes Christian Köhler und eine aktuelle DIW-Studie.

Eine erhebliche Zahl von Unternehmen sehe sich in der Existenz bedroht, so Christian Köhler gegenüber „Welt Online“. Als Grund nennt er die zunehmende Nachfragemacht des Handels gegenüber der Industrie – hervorgerufen durch die steigende Bedeutung von Händler-Eigenmarken und die Konsolidierung der Handelslandschaft in den vergangenen Jahren.

Der Markenverband befürchtet nun eine Konzentration auf Standardprodukte, was vor allem zu Lasten der mittelständischen Hersteller gehe. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft DIW econ, einer Tochtergesellschaft des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), liefert eine ähnliche Einschätzung. „Es gibt eine relativ hohe Abhängigkeit von wenigen Einzelhandelsunternehmen“, schreiben die Autoren der Studie, nach der sich die Verhandlungsposition der Hersteller in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert hat.

Zwei Drittel der befragten mittelständischen Markenhersteller erzielen mehr als 22 Prozent ihres Umsatzes mit nur einem Abnehmer, vermeldet die Studie. Und: Ein Drittel erzielt sogar mit zwei Abnehmern jeweils mehr als 22 Prozent der Erlöse. Der Markenverband erwartet für die kommenden Jahre eine sich weiter fortsetzende Konzentration in der Handelslandschaft. Mittelfristig werden dadurch auch steigende Preise befürchtet.